Dreamforce 2024
Rückblick auf die Dreamforce und Einblicke in Agentforce
Veröffentlicht am 15. November 2024 · 5 Min. Lesezeit · Annemarie Heuschild
made with AI
Spätestens seit der Dreamforce 2024 ist das Thema Agentforce in aller Munde und hat die Aufmerksamkeit von CRM-Experten und -Anwendern weltweit auf sich gezogen. Doch was genau verbirgt sich hinter dem Begriff Agentforce, und welche konkreten Vorteile bietet es für die Optimierung und Weiterentwicklung von CRM-Prozessen? Diese Fragen sind entscheidend, um die Tragweite der neuen Plattform zu verstehen — und zu bewerten, wie sie unsere Arbeitsweise verändern und verbessern kann.
Die Zukunft mit Agentforce
Ein großer Fokus der diesjährigen Dreamforce lag auf „Agentforce“, einer neuen Funktion, die Salesforce auf ihrer Plattform integriert hat. Agentforce beschreibt autonome KI-Agenten, die verschiedene Aufgaben für Nutzer übernehmen können — von der Bearbeitung von Kundenanfragen bis hin zur Unterstützung interner Prozesse wie dem Sales- oder Servicemanagement.
Während letztes Jahr noch die Data Cloud und generative KI wie Einstein GPT im Mittelpunkt standen, liegt der Fokus dieses Jahr klar auf konkreten Anwendungsfällen und der direkten Umsetzbarkeit. Die neuen autonomen Agenten können in Salesforce auf vielfältige Weise genutzt werden — sei es für den Kundenservice oder zur Unterstützung von Sales-Mitarbeitern. Ein Beispiel auf der Dreamforce war die Möglichkeit, eine Bestellung automatisch über den Agenten zu ändern, ohne dass ein menschlicher Mitarbeiter eingreifen muss.
Hands-On: So funktioniert Agentforce
In unserer Dreamforce-Lunch&Learn-Session haben wir das Agentforce-Feature auch live ausprobiert. Die Konfiguration eines solchen Agenten erfolgt vollständig textbasiert — es ist kein Programmierwissen erforderlich, um die Regeln und Anweisungen des Agenten zu definieren. Salesforce bietet hierfür einen Agent Builder, mit dem sich der Agent konfigurieren und testen lässt.
Im Agent Builder können jedem digitalen Agenten bestimmte Themen zugewiesen werden, die er abdecken soll. Diese Topics definieren den Einsatzbereich des Agenten und bestimmen, in welchem Kontext er agiert — in der Dreamforce-Demo war beispielsweise das Order Management ein solches Topic. Neben dem Einsatzbereich wird im Agent Builder auch definiert, welche Aktionen der Agent ausführen darf.
Nahtlose Integration mit bestehenden Salesforce-Prozessen
Im Demo-Szenario der Dreamforce zeigte sich dies anhand der Aufgabe, eine neue Bestellung für einen Kunden zu erstellen, der einen Pullover in einem nahegelegenen Store abholen wollte. Der Agent musste dabei alle relevanten Schritte kennen und ausführen können: von der Hinterlegung der Bestellung über die Produktauswahl bis hin zu den spezifischen Eigenschaften der Bestellung.
An dieser Stelle kommt ein weiteres Feature von Agentforce zum Tragen: die nahtlose Integration mit bestehenden Salesforce-Prozessen. So kann der Agent beispielsweise interne Flows starten oder Apex-Aktionen ausführen und direkt mit den CRM-Daten interagieren. Die Sicherheit bleibt dabei gewährleistet: Der Agent agiert immer im Kontext eines bestimmten Nutzers und hält sich strikt an die in Salesforce definierten Sicherheitsregeln und Berechtigungen. Diese Sicherheitsstandards stellen sicher, dass alle Aktionen innerhalb der erlaubten Zugriffsebenen bleiben.
Agent Builder ermöglicht praxisnahen Test von Agentforce
Nicht zuletzt bietet der Agent Builder die Möglichkeit, neu erstellte Agenten zu testen. Agent-Designer können in die Rolle des Kunden schlüpfen und den Agenten anhand eines realistischen Anwendungsfalls prüfen. So zeigt sich, ob der Agent über alle notwendigen Informationen verfügt, um den Kunden optimal zu unterstützen, und ob er die vorgesehenen Aktionen korrekt ausführt. Diese Tests sind entscheidend, um sicherzustellen, dass der Agent wie geplant funktioniert und zuverlässig in der Praxis eingesetzt werden kann.
Salesforce Foundations: Mehr Flexibilität mit kostenlosen Features
Neben Agentforce gab es viele weitere spannende Ankündigungen auf der Dreamforce. Besonders interessant ist das neue „Salesforce Foundations“-Programm: Es bietet Unternehmen die Möglichkeit, verschiedene Funktionen aus den bekannten Clouds — wie Sales, Service und Marketing — in einer Starter-Version kostenlos zu nutzen.
Besonders spannend: Diese Features können direkt in der eigenen Salesforce-Umgebung getestet und verwendet werden, ohne zusätzliche Tools kaufen zu müssen. Natürlich gibt es gewisse Limits, etwa bei der Anzahl der versendbaren E-Mails — aber Foundations bietet eine großartige Möglichkeit, die neuen Funktionen auszuprobieren und zu entscheiden, ob ein Upgrade sinnvoll ist.
Ein Blick auf das neue UI
Mit Salesforce Foundations kommt auch eine UI-Verbesserung, die uns besonders gut gefällt: Die neue vertikale Leiste ermöglicht es, zwischen verschiedenen Funktionen wie Sales, Service oder Marketing zu wechseln, ohne die App verlassen zu müssen. Diese intuitive Benutzeroberfläche soll es den Mitarbeitern erleichtern, produktiver zu arbeiten und Informationen schneller zu finden.
Kosten und Lizenzmodelle
Natürlich war auch das Thema Kosten ein wichtiges Thema auf der Dreamforce. Salesforce bewegt sich immer mehr in Richtung eines konsumorientierten Abrechnungsmodells. Für Agentforce wurde ein Preis von ca. 2 US-Dollar pro Konversation genannt, wobei die genauen Lizenzmodelle noch weiter ausgearbeitet werden. Es bleibt spannend, wie sich die Kostenstruktur in den kommenden Monaten entwickeln wird.
Was kommt als Nächstes? Agenten erstellen mit Trailhead-Quest
Wer Agentforce live erleben möchte, kann auf Trailhead einen ersten eigenen Agenten erstellen. Der Trailblazer-Quest bietet nicht nur eine praktische Übung zur Erstellung eines Agenten, sondern auch eine grundlegende Einführung in Agentforce und den Agent Builder. Zudem enthält er eine umfassende Sammlung an zusätzlichen Informationen darüber, wie Salesforce Agentforce versteht und strategisch positioniert.
Bleiben Sie gespannt — lassen Sie uns gemeinsam die neuesten Trends und Entwicklungen rund um Salesforce erkunden!
Dieser Beitrag basiert auf einer Live-Diskussion während unserer monatlichen Lunch&Learn-Session und fasst die wichtigsten Erkenntnisse zusammen. Für Fragen und Anregungen stehen wir Ihnen dort gerne zur Verfügung — Aufzeichnungen vergangener Sessions und die Anmeldung zur nächsten finden Sie auf unserer Website.
Ursprünglich veröffentlicht auf blog.factory42.com
Über die Autorin
Annemarie Heuschild
CRM Consultant, factory42
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